Regen tropft auf’s Dach der Hütte

1 Regen tropft auf’s Dach der Hütte

Hier müsste ich vorerst sicher sein. Ob sie mir gefolgt sind? Sicher sind sie mir gefolgt. Meine Spuren, für jeden sichtbar im aufgeweichten Boden. Und bestimmt haben sie Hunde, die mit ihren Nasen auch dann noch folgen können, wenn der Regen alle Fußabdrücke getilgt hat.
Mir ist kalt. Ich bin nass. Es ist dunkel.
Zum Glück habe ich diesen Unterschlupf gefunden, draußen würde ich heute Nacht vor Kälte umkommen.
Ob ich ein kleines Feuer wagen kann? Ich will ein wenig meine nähere Umgebung erkunden, als ich plötzlich der Länge nach hinschlage. Gesicht im Dreck, Hände schmerzen. Was zum … GRRRR. Ein tiefes Knurren. Klingt nicht freundlich, mein Herz schlägt bis zum Hals, als etwas haariges mein Fußgelenkt berührt und eine feuchte Schnauze leise an mir schnüffelt. Ein Hund? Oder etwa ein wildes Tier?!? Da schleckt es mir auch schon über die Wange. Erleichtert schlinge ich meine Arme um seinen Hals.
Wenn ich gewusst hätte, dass dieser Hund nicht nur mein treuer und einziger Freund für viele Jahre sein würde, sondern auch mein Verhängnis, wäre dies der Moment gewesen um fortzulaufen.

 

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